TrioCoriolis

Seit den einschlägigen Werken für Streichtrio von Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven, spätestens aber seit Arnold Schönbergs epochalem Opus 45 (1946) erwächst der scheinbar so übermächtigen Gattung des Streichquartetts immer gewichtigere Konkurrenz. Dabei folgt das Komponieren für die Triobesetzung ganz eigenen Gesetzmäßigkeiten, die sich etwa in satztechnischer Transparenz und einer entsprechend feineren Balance gleichberechtigten Zusammenspiels manifestieren.

Die Aufgabe, das bereits vorhandene reichhaltige Repertoire für Streichtrio zu pflegen und durch neue Kompositionen zu erweitern, übernimmt seit bald fünfzehn Jahren das in München beheimatete, auf internationalen Konzertpodien und Festivals gastierende, im Rundfunk und durch CD-Produktionen präsente TrioCoriolis. Die im Ensemblenamen beschworene Corioliskraft kann als Sinnbild für die Summe jener ineinander greifenden Energien verstanden werden, welche von den rotierenden Kraftfeldern der drei Musiker ausgehen. Bekannt ist das TrioCoriolis für die besonders ausgewogene Verbindung von individuellem Ausdruck und der gemeinsamen interpretatorischen Durchdringung der Musik. Im Laufe der Jahre wurden vom TrioCoriolis über 50 Werke einstudiert und zahlreiche Auftragskompositionen (etwa von Iris Ter Schiphorst, Nikolaus Brass, Fredrik Zeller, Tom Sora, Atac Sezer oder Samy Moussa) aus der Taufe gehoben. Das TrioCoriolis gastiert unter anderem bei wichtigen Festivals für Neue Musik wie Eclat in Stuttgart, KLANGSPUREN in Schwaz/Tirol oder in der Konzertreihe musica viva in München.

Zu den beiden Gründungsmitgliedern Klaus-Peter Werani (Viola) und Hanno Simons (Violoncello) – beide auch Mitglieder im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und ersterer seit sieben Jahren auch als Komponist aktiv – stieß Anfang 2017 mit Thomas Hofer ein dritter erfahrener Musiker, der u.a. von 1990 bis 2014 Mitglied des Pellegrini-Quartetts gewesen ist. Die Musiker des TrioCoriolis verbindet ein starker Bezug sowohl zu historischer wie auch zeitgenössischer Musik, deren sorgfältige programmatische Verbindung als bereichernde Hörerfahrung für die Konzertbesucher regelmäßig angestrebt wird. Bereits seit Studienzeiten war ästhetische Vielfalt prägend für die Musiker des TrioCoriolis, nicht zuletzt durch die regelmäßige Aufführungspraxis in Klangkörpern wie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Pellegrini-Quartett, dem Ensemble Musikfabrik, dem Ensemble Modern oder dem Ensemble TrioLog. Auch sucht das TrioCoriolis die Zusammenarbeit mit vielfach versierten Musikerkollegen wie Christoph Grund (Klavier), Stefan Schilli (Oboe), Phillippe Boucly (Flöte) oder Kai Wangler (Akkordeon), wodurch sich dem Ensemble und seinem Publikum weitere Repertoireschätze im Bereich der gemischten Quartettliteratur erschließen.

Webseite: triocoriolis.de

Stand: 2018. Änderungen oder Kürzungen bitte nur in Rücksprache mit der Agentur.

Einzelbiografien

Thomas Hofer, geboren und aufgewachsen in Bayern, studierte zunächst Tonmeister, später dann Violine in Berlin, London und den USA. Ergänzend dazu erhielt er mehrere Jahre lang Unterricht von einigen der wichtigsten Streichquartette der Zeit, u.a. vom Amadeus-, Emerson-, Juilliard- und Cleveland-Quartett. Vor allem aber vertiefte eine intensive Lehrzeit bei Walter Levin vom LaSalle-Quartett seine Leidenschaft für die Kammermusik und weckte darüber hinaus auch sein besonderes Interesse für die Neue und neueste Musik. Fast 25 Jahre lang trat Thomas Hofer als Mitglied des Pellegrini-Quartetts bei einer Vielzahl von Konzerten im In- und Ausland auf. Das Quartett pflegte ein vielseitiges Repertoire: Das Spektrum reichte von Instrumentalsätzen der Renaissance über den etablierten Streichquartett-Kanon der Klassik und Romantik über die Wiederentdeckung faszinierender Werke des letzten Jahrhunderts, die aus den verschiedensten Gründen „verloren gegangen“ sind, bis zu den bedeutendsten Werken der großen Meister der letzten 40 Jahre, darunter Morton Feldmans legendäres, über fünfstündiges zweites Streichquartett. In dieser Zeit entstanden auch zahlreiche CD- und Rundfunkproduktionen mit Musik quer durch die Jahrhunderte von Haydn bis zu radikalen Werken zeitgenössischer Komponisten. Thomas Hofer war stets auch in Ensembles für neue Musik wie dem Ensemble Modern Frankfurt, der Musikfabrik Köln und dem Collegium Novum Zürich tätig und hob dabei unzählige neue Werke renommierter Komponisten, aber auch von unbekannten „Newcomern“ aus der Taufe. In diesem Kontext ergaben sich immer wieder Ausflüge in andere Stilrichtungen, z.B. durch die Zusammenarbeit mit Ornette Coleman, John Scofield oder Cristina Branco. Im klassischen Bereich ergänzten Engagements bei Kammerorchestern wie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, der Camerata Bern und dem Ensemble Oriol Berlin seine Arbeit. In jüngerer Zeit spielt von Thomas Hofer regelmäßig in den Symphonieorchestern des Südwestrundfunks, des Hessischen und des Bayerischen Rundfunks. Seit 2017 ist er Mitglied im TrioCoriolis.

Klaus-Peter Werani, in Lindau am Bodensee aufgewachsen, führte seine berufliche Laufbahn zunächst zum Kölner Ensemble Musikfabrik und nach Hamburg, wo er im Philharmonischen Staatsorchesters als Bratscher die Position des Stimmführer innehatte. Seit 2000 ist er Mitglied im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, wo er mit herausragenden Dirigenten- und Interpretenpersönlichkeiten unserer Zeit zusammenarbeitet. Ein weiteres künstlerischen Betätigungsfeld bildet für ihn das Kammermusik- und Ensemblespiel, heute vor allem im TrioCoriolis und im DUO2KW mit Kai Wangler, Akkordeon. Seit seinem Studium in Wien und München liegt ein Schwerpunkt seines Interesses auf dem Gebiet der Neuen Musik. So erwarb er mit einer Magisterarbeit über die Musik von Luigi Nono einen Abschluss im Fach Musikwissenschaft). Er arbeitete mit vielen der wichtigsten Komponisten unserer Zeit zusammen und war als Solist und im Ensemble (u.a. im Ensemble Musikfabrik, Ensemble Varianti/Musik der Jahrhunderte Stuttgart, XSEMBLE München) an unzähligen Uraufführungen beteiligt. Aufnahmen mit Werani wurden bei den Labels col legno, NEOS und ECM veröffentlicht. Mit dem 2012/13 komponierten „small difference“ für zwei Bratschen, das beim Pfingstsymposion München uraufgeführt und anschließend vom Bayerischen Rundfunk produziert wurde, widmet er sich intensiv auch der kompositorischen Arbeit. So entstanden Werke wie Baum für Kontrabass solo, raus! für zehnsaitige Gitarre und Bratsche oder zum zwanzigjährigen Jubiläum der Münchener Gesellschaft für Neue Musik Tusch & schutT für Kammerensemble.

Der gebürtige Münchner Hanno Simons studierte bei Prof. Walter Nothas an der Münchner Hochschule für Musik und Theater. Nach dem Examen setzte er sein Studium an die Karlsruher Musikhochschule fort, wo er bei Prof. Martin Ostertag mit Auszeichnung das Meisterklassendiplom ablegte. Neben Meisterkursen bei Uzi Wiesel, Miloš Sádlo, William Pleeth, Ralph Kirshbaum und Gerhard Schulz nahm Hanno Simons an zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben teil, bei denen er mehrfach ausgezeichnet wurde, unter anderem in Scheveningen/ Holland, beim internationalen Carl-Maria-von-Weber- Wettbewerb in München und beim Wettbewerb des Deutschen Musikrats in Bonn, in dessen Folge er in das Förderprogramm „Konzerte Junger Künstler“ aufgenommen wurde. Seit 1996 ist Hanno Simons Mitglied im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Daneben widmet er sich der Kammermusik in unterschiedlichen Ensembles, im Duo mit dem Cellisten Wen-Sinn Yang, mit der Harfenistin Una Prelle, sowie mit den sechs Philharmonischen Cellisten Köln. Als Mitglied des Ensemble TrioLog führte er regelmäßig Werke zeitgenössischer Komponisten auf. Zusammen mit Michaela Buchholz und Klaus-Peter Werani gründete er das TrioCoriolis. Als Assistent von Wen-Sinn Yang hat Hanno Simons seit dem Wintersemester 2007/08 einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater in München.